Don Tapscott (CC BY-SA 3.0)

Modernes Management sollte neugierig sein, offen und interessiert. Also so wie der kandadische Consultant und Autor Don Tapscott. Er ist für mich eine Inspiration mit seiner ganz eigenen nachhaltigen Weise, technische Entwicklungen zu verfolgen und ihre Auswirkungen auf unsere Lebenswelt zu analysieren.

In der sich wandelnden Welt eine Führungskraft zu sein, ist kein leichtes Unterfangen. Einerseits verlieren die bisher gültigen Orientierungsmuster und Methoden kontinuierlich an Bedeutung. Anderseits sind die neuen durch das Internet vorangetriebenen Prozesse immer noch nicht etabliert und entwickelt genug, um den gleichen Halt zu bieten. Das moderne Management ist also mehr und mehr zu einem Spagat zwischen verschiedenen Generationen und Lebensphilosophien gezwungen. Doch wie lassen sich die bekannten Erfolgsrezepte nicht vernachlässigen, ohne aber gleichzeitig den Blick für das Neue zu verlieren? Mit Neugier!

Unabhängig von Alter, Hintergrund und persönlichen Neigungen gilt es, digitale Innovationen zu verfolgen und mit traditionellen Business-Werten zu verbinden. Ich ziehe den Hut davor, wie Don Tapscott es mit über 60 Jahren gelingt, dermaßen nah am Puls der Zeit zu sein und in derart klaren Worten und Begriffen die Relevanz technischer Entwicklungen für den Wirtschaftssektor erläutern zu können.

Alle gelungenen Veröffentlichungen von Don Tapscott aufzuzählen und in ihren Grundzügen zu erläutern würde einige Zeit in Anspruch nehmen. Denn der kanadische Digital-Visionär ist nicht nur ein mitreißender Redner sondern auch begnadeter Autor. Mein persönliches Lieblingsbuch von ihm ist eindeutig “Wikinomics”. An dem 2006 erschienen Werk zeigt sich auch die inhaltliche Qualität seiner Arbeit. Da er seine Thesen, Schlüsse und Empfehlungen auf gründlichen Recherchen und kompetenten Analysen stützt, verlieren seine Aussagen nicht an Bedeutung. Einige seiner Prognosen sind bereits eingetroffen und seine Ratschläge für Führungskräfte haben nach wie vor Gültigkeit: Sich nach Außen öffnen. Die alten Reflexe abstellen, um das Potential nutzen zu können, dass die transparente digitale Geschäftswelt den Unternehmen bietet. Konsumenten die Möglichkeit geben, aus der passiven Rolle als Consumer auszubrechen und sich als Prosumer und Co-Innovator einzubringen. Und vor allem: Die Bedürfnisse der Net Gen (Tapscotts Ausdruck für Digital Natives) kennen lernen und sich an ihnen orientieren.


Modernes Management muss den Digitalen Wandel aufmerksam verfolgen. Nicht punktuell sondern konstant gilt es zu hinterfragen, von welchen Erfindungen und Ideen das eigene Unternehmen profitieren kann. Und dass Altersargument darf hier keine Entschuldigung sein, jedenfalls nicht, so lange jemand nicht älter als der 1947 geborene Don Tapscott ist.